Firma Hauff-Technik 2016 auf Erfolgskurs
„Die Mitarbeiter sind Botschafter des Unternehmens“
„Vormachen – vorleben - selber an Veränderungen teilnehmen“. Das ist ein Motto, das den Geschäftsführer der Hauff-Technik in Hermaringen, Dr. Michael Seibold bewegt. Dass diese firmeninternen Grundsätze nicht ohne ein gewisses Maß an Hierarchie umzusetzen sind, ist für den ersten Mann im Unternehmen klar. Er sieht sich dabei in erster Linie als Diener, der bereit ist, alles zu geben und die Gedanken und Anregungen seiner Mitarbeiter an- und aufzunehmen. „Man muss die Menschen lieben“, sagt Seibold. Die Atmosphäre im neuen Firmengebäude lässt spüren, dass es ihm mit dieser Aussage sehr ernst ist. Es herrscht eine aufgeschlossene, fast schon fröhliche Stimmung in den Werkshallen und den Büros. Dafür sorgt der Chef, der seinen derzeit rund 200 Mitarbeitern die Freiheit lässt, kreativ und innovativ zu sein. Dass in den letzten beiden Jahren etwa 50 neue Mitarbeiter eingestellt wurden und die Firma Hauff keinerlei Probleme hat, qualifiziertes Personal zu finden, spricht für sich. „Wir sind eine Firma, bei der es sich zu arbeiten lohnt“, sagt Seibold selbstbewusst. Doch nicht nur intern präsentiert sich das Unternehmen modern und aufgeschlossen – auch Außenstehende erleben Hauff-Technik als effiziente, kundenorientierte Firma.
Die Erfolge in den letzten zehn Jahren beweisen, dass die Richtung stimmt. Dafür sprechen auch verschiedene Preise, die das Unternehmen bekommen hat. „Führung funktioniert am besten mit den Händen auf dem Rücken“, betont der Geschäftsführer. Will wohl sagen: Wenn alle Mitarbeiter die Ziele der Firma verinnerlicht haben und daran konsequent und aus Überzeugung mitarbeiten, kann sich der Chef weitgehend auf die Rolle des Impulsgebers konzentrieren. Das Thema „Führung“ ist für Michael Seibold bei Hauff freilich längst nicht abgeschlossen. Das sei, so meint er, „noch eine große Aufgabe“. Dass dabei die richtige Markenstrategie und -präsentation sowie die Kommunikation eine große Rolle spielen, ist für den in die Zukunft blickenden Unternehmen eine Selbstverständlichkeit. „Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ist ein Markenbotschafter des Unternehmens. Nach innen und nach außen.
Die Kultur im Unternehmen hat einen riesengroßen, niemals zu unterschätzenden Einfluss auf die Marke“, schreibt Seibold in seinem 2014 erschienenen Buch „Vom Hidden Champion zum Brand Champion“. (Verlag Springer Gabler, Wiesbaden). Es gelte, aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Botschafter des Unternehmens zu machen.
Dieses Ziel hat man bei Hauff konsequent vor Augen. Etwa mit dem regelmäßig erscheinenden, flott und attraktiv gemachten Hauff-Magazin, in dem nicht nur der Geschäftsführer Wegweisendes zum Besten gibt, sondern in dem sich vor allem auch die Mitarbeiter wiederfinden. Neue Kolleginnen und Kollegen werden mit Foto und kurzer Vita vorgestellt, man gratuliert zum Firmenjubiläum, zur Geburt eines Kindes und anderen, persönlichen Ereignissen. Das Thema „Ausbildungsbeginn“ spielt eine große Rolle und einzelne Abteilungen werden ausführlich und personenbezogen vorgestellt. Darüber hinaus widmet sich das Magazin jeweils einem Schwerpunktthema – zum Beispiel dem Export, dem Qualitätsmanagement oder der betrieblichen Gesundheitspolitik.
Seit Ende des letzten Jahres gibt es ein achtköpfiges Hauff-Ideen-Team (HIT), in dem alle Abteilungen vertreten sind. Dabei handelt es sich um eine „Brainstorming-Runde“, die sich regelmäßig trifft, um über neue Ideen zu diskutieren und deren mögliche Umsetzung voranzutreiben. Seit Anfang des Jahres steht eine sogenannte KVP-Säule (Kontinuierlicher Verbesserungs-Prozess) im Unternehmen. Sie dient nicht nur als „Schwarzes Brett“, sondern enthält auch einen Briefkasten für Anregungen und Verbesserungsvorschläge.
Vor zwei Jahren zog Hauff-Technik in das neue Firmengebäude im Gewerbegebiet von Hermaringen um. Damit wurden die drei Standorte des im Jahr 1955 von Werner Hauff gegründeten Unternehmens zusammengelegt. Die Umzugsphase wurde gut bewältigt. Die Zahl der Mitarbeiter steigt ständig. Seibold kann auf die Leistung seiner Mannschaft bauen. Den Schlüssel für den Erfolg sieht er in den Stichworten „innovativ, neugierig, flexibel, gemeinsam“, anstelle patriarchalischer Führungsstrukturen. Die Märkte des Unternehmens liegen längst nicht mehr nur vor der Haustür, sondern in der Welt. Der Mittelständler aus der Provinz hat alle Chancen, sich mit seinem modernen Konzept auch in Zukunft auf dem internationalen Markt zu behaupten.
Norbert Pfisterer
Hauff-Mitarbeiter
Claudia Schirm
„Ich bin ein überzeugter Hauffi - wie sich die Hauff-Mitarbeiter intern gerne bezeichnen“, sagt Claudia Schirm mit einem fröhlichen Lächeln. Die 46jährige Mutter einer 17jährigen Tochter ist gelernte Industriekauffrau und arbeitet seit 2010 bei Hauff-Technik. Damals, so erzählt sie, sei sie als 400-Euro-Kraft zur Firma gekommen und habe sich von Anfang an wohlgefühlt. Mittlerweile arbeite sie Vollzeit. Seit Januar letzten Jahres trägt sie als Mitarbeiterin im Qualitätsmanagement dazu bei, dass die Hauff-Produkte den Ansprüchen der Kunden entsprechen und erst dann die Firma verlassen, wenn alles perfekt ist. Sie freue sich jeden Tag, an ihren Arbeitsplatz zu kommen, betont sie. Man könne in der Firma viel bewegen. Nach der Zusammenführung der drei Standorte im neuen Werk in Hermaringen wachse das Team immer mehr zusammen. „Das Betriebsklima ist sehr gut und die Sozialleistungen der Firma sind überdurchschnittlich“, berichtet die Mitarbeiterin aus dem Qualitätswesen und spricht beispielhaft über den Familientag, den sie in besonders guter Erinnerung hat.
Claudia Schirm gehört zum aus acht Mitarbeitern bestehenden „Hauff-Ideen-Team (HIT)“, das sich intensiv mit betrieblichen Verbesserungsvorschlägen beschäftigt. Eigens zu diesem Zweck wurde vor kurzem eine HIT-Säule geschaffen, die zum einen als Schwarzes Brett dient und zum andern auch einen Briefkasten enthält, in den man schriftliche Verbesserungsvorschläge werfen kann. Die Säule wechselt im Werk wöchentlich ihren Standort, so dass alle Mitarbeiter problemlos Zugang haben. Die Mitteilungen auf der Säule werden vom HIT-Team ständig aktualisiert. Darüber hinaus trifft sich das HIT-Team regelmäßig, um über neue Ideen zu diskutieren und deren Umsetzung voranzutreiben.
Tobias Mayer
Der 24jährige Industriemechaniker und angehender Techniker gehört ebenfalls zum HIT-Team. Er arbeitete vor der Zusammenlegung der drei Standort im Hauff-Werk in Syrgenstein an einem CNC- Bearbeitungszentrum. Ab 2013 war er mit der Programmierung des Bearbeitungszentrums beschäftigt und seit 2015 gehören die Fertigungsplanung und die Artikelstammpflege zu seinen Arbeitsgebieten. „Mir gefällt's super hier“, betont der junge Mann und weist nicht ohne Stolz darauf hin, dass er innerhalb weniger Jahre schon „aufgestiegen“ sei. Bei Hauff könne man sich frei entfalten und kreativ tätig sein. Die Arbeit mache ihm viel Spaß und das Betriebsklima sei sehr gut. „Bis jetzt habe ich bei Hauff noch keine schlechten Erfahrungen gemacht“, sagt Tobias Mayer.